Kleine Regelkunde

Das Spiel :

  • Rugby wird mit zwei Mannschaften von je 15 Spielern gespielt. Die Spieldauer beträgt 2 X 40 Minuten mit 5 Minuten Pause.
  • Ziel des Spiels ist es, Versuche zu legen und Goals ( Erhöhungen ) zu erzielen.
  • Ein Versuch ist erzielt, wenn ein Spieler den Ball auf den Boden des gegnerischen Malfelds bringen kann.
  • Ein Goal ist dann erzielt, wenn der Ball mit dem Fuss über die Querstangen zwischen den gegnerischen Torpfosten hindurchgeschossen wird.
  • Ein Versuch wird mit 5 Punkten bewertet, ein Goal, das nach einem Versuch erzielt wird, zählt 2 Punkte.
  • Ein Goal, das durch Freistoss, durch Strafstoss, oder durch ein Dropgoal erzielt wird, zählt 3 Punkte.
  • Die Mannschaft mit der höchsten Punktezahl gewinnt das Spiel.
 

 

Das Spielfeld :

Die Maße sollten den Angegebenen in etwa entsprechen.

Die Malstangen :

Die Malstangen sind zwei senkrechte Pfosten, die durch einen Querbalken verbunden sind und in der Mitte der Mallinie stehen. Wird einer Mannschaft ein Straftritt, oder, nach einem gültigen Versuch, eine Erhöhung zugesprochen, so kann ein Spieler dieser Mannschaft versuchen, den Ball, vom Gegner unbehindert zwischen die Längststangen zu kicken und somit Zusatzpunkte erzielen. Während des Spieles hat jede Mannschaft die Möglichkeit, mit einem Dropkick zwischen die Stangen ebenfalls zu Punkten............................................ . Um eine gültigen Erhöhung zu erkennen, werden die senkrechten Pfosten als in der Höhe unbestimmt fortlaufend angenommen - je höher also die Pfosten sind, desto einfacher ist die Aufgabe des Schiedsrichters zu erkennen, ob der Tritt gültig oder ungültig ist. Um Verletzungen zu vermeiden, sollten an den unteren Enden der Längststangen dicke Schutzpolster befestigt sein.

 

Das Spielgerät :

Das Spiel wird mit einem ovalen Ball gespielt, auch "Ei" genannt. ................... ...

Gewicht: 400 bis 440 g

Die Spieler und Ihre Positionen :

Eine Mannschaft besteht im regulären Spiel aus je 15 Spielern. Eine Ausnahme bildet das 7-er Rugby mit jeweils 7 Spielern pro Team.

Nr. 9: der "Gedränge Halb" ist derjenige Spieler, welcher den Ball im Gedränge eingibt.

Nr. 2: der "Hakler" versucht den Ball mit dem Fuss im Gedränge nach hinten zu bringen, damit dieser dann weiter in die Hintermannschaft gebracht werden kann. Der "Gedränge Halb" passt anschließend der Ball weiter zur ..... Nr.10: dem"Verbinder", der den Angriff der "Dreiviertel Hintermannschaft" in die Wege leitet. Dem Fussball vergleichbar dient die Nr.15, dem sog. "Full Back", als eine Art Libero, der als "Letzter Mann" hohe gegnerische "Kicks" und Angriffe abwehren muss. Bei Angriffen der eigenen Mannschaft, reiht er sich wenn möglich in die Angriffsformation mit ein.

 

Die Spielerausrüstung :

Im Gegensatz zu American-Football wird beim Rugby aus verletzungs- bedingten Gründen auf einen Körperschutz wie Helm, Schulter- und Brustpanzerung verzichtet. Lediglich Mundschutz sowie ein mit dickem Leder oder Kunststoff umspannter Kopfschutz sowie Schienbeinschützer sind erlaubt. .................................................................................................. :Die Trikots und Hosen bestehen aus einem sehr festen und strapazierfähigem Baumwoll-Acryl Gemisch, das auch starkes Zerren und Festhalten zumeist aushält. Die Schuhe sind dem Fussballschuh ähnlich, jedoch am Knöchel etws erhöht. Um schmerzhafte Blessuren an den Fusszehen zu vermeiden, ist es den Spielern im Sturm erlaubt, miteingearbeitete Stahlkappen an den Schuhspitzen zu tragen.

Die Spieler sollen gepflegt aussehen. Ein gepflegtes Team ist nicht unbedingt ein gutes, aber eine gute Mannschaft ist immer gepflegt

 

 

Die Spielregeln
Der Anstoss

Das Spiel beginnt mit einem Platzschuss, der von einem Spieler abgegeben wird, dessen Mannschaft den Anstoss hat. Der Ball wird entlang der Mittellinie plaziert und muss vorwärts gegen die gegnerische 10-Meter-Linie gekickt werden. Der Ball muss dabei die 10-Meter-Linie überqueren.Gelingt dies nicht, hat der Gegner die Wahl, ob der Ankick wiederholt werden, oder ob an der Mittellinie ein Gedränge zu seinen Gunsten ausgeübt werden soll (die häufigst gewählte Option). Alle Spieler aus der Mannschaft des Anspielers müssen hinter der Mittellinie bleiben, bis der Ball getreten worden ist. Die gegnerische Mannschaft darf nicht jenseits Ihrer 10-Meter-Linie stehen und darf nicht über diese Linie vorstossen, bis der Ball getreten worden ist, sonst ist der der Anstoss zu wiederholen. Das Spiel wird in gleicher Weise nach einem Versuch mit erfolgreichem Erhöhungskick oder in der zweiten Spielhälfte begonnen. Bei einem Versuch ohne erfolgreichem Erhöhungstritt wird der Ball mit einem Drop-Kick angespielt. Nach dem Anstoss kann jeder korrekt stehende Spieler den Ball treten oder aufheben und weiterspielen.............

 

Der Einwurf

Wenn ein Ball im normalen Spielverlauf ins Aus geht oder von einem Spieler über die Aussenlinie getragen wird, erhält der Gegner einen Einwurf. ........................................... Der Ball ist Aus, wenn er den Boden auf oder jenseits der Aussenlinie berührt (die Linie selber ist schon aus) oder ein Spieler mit dem Ball in der Hand auf die Aussenlinie tritt, sie berührt oder jenseits der Linie tritt. Je nach Situation gelten folgende Einwurfstellen:

  • - wenn der Ball von einem Strafstoss her ins Aus geht, erhält die Mannschaft einen Einwurf zugesprochen, die den Strafstoss ausgeübt hat -> Einwurf dort, wo der Ball die Auslinie kreuzt.
  • - wenn der Ball von einem Schuss, der innerhalb der 22m Linie und der Mallinie abgegeben
  • wurde -> Einwurf dort, wo der Ball die Auslinie kreuzt
  • - wenn der Ball im restlichen Spielfeld direkt ins Aus geht -> Einwurf auf der Höhe, wo der Ball getreten wurde
  • - berührt der Ball den Boden, bevor er ins Aus geht -> Einwurf an der Stelle, an dem der Ball die Aussenlinie kreuzt.

Die Ballbesitzende Mannschaft entscheidet, wieviele Spieler beim Einwurf in der "Gasse" stehen. Der Ball muss direkt ins Spielfeld eingeworfen werden, ohne Täuschungsmanöver, sodass er im rechten Winkel zur Aussenlinie ins Spiel kommt. Er muss mind. 5m weit fliegen, bevor er zu Boden kommt oder einen Spieler berührt. Dabei darf der einwerfende Spieler mit keinem Fuss das Spielfeld berühren. Wird der Ball nicht korrekt eingeworfen, so kann die andere Mannschaft entweder selber den Ball einwerfen oder ein Gedränge 15m von der Aussenlinie beantragen. In der Gasse muss der Abstand zum Gegner mind.1m betragen. Erst wenn der Ball in der Luft ist, dürfen Spieler zum Mitspieler aufschliessen und die 1m Abstand-Regel ausser Kraft setzen. Nachdem ein Spieler den Ball gefangen hat, darf er vom Gegner angegriffen werden. Hält sich eine Mannschaft nicht an diese Regeln, so erhält der Gegner einen Strafstoss, 15m von der Aussenlinie entfernt.

 

Den Ball "totmachen"

Der Ball ist tot ("Touch down"), wenn ihn ein angreifender Spieler über des Gegners Mallinie schiesst oder trägt und nachher über die seitliche oder die hintere Malfeldlinie rollt. Begeht ein angreifender Spieler in des Gegners Malfeld eine Regelwidrigkeit, ist der Ball ebenfalls tot. Wird der Ball vom einem Spieler ins Gegnerische Malfeld gekickt, so hat der Verteidiger die Möglichkeit, den Ball totzumachen, indem er ihn auf den Boden des Malfeldes drückt oder sich auf den Ball schmeisst. Ist der Ball tot, wird das Spiel von der verteidigenden Mannschaft mit einem "Drop kick" aus dem 22-Meterraum neu gestartet.

Einen "Versuch" legen

Ein Versuch wird erzielt durch einen Angreifer, der als erster den Ball in des Gegners Malfeld ablegt, d.h. ihn mit einer Hand, mit beiden Händen, seinem Arm oder beiden Armen auf ihn legt, solange der Ball am Boden liegt und ihn so ins Maldfeld drückt (grundieren). Falls in einem Gedränge eine Mannschaft die andere über ihre eigene Malfeldlinie drängt, kann das angreifende Team einen Versuch erzielen, in dem sie den Ball grundiert. (Demgegenüber wird der Schiedsrichter einen "Touch down" gewähren, wenn die verteidigende Mannschaft den Ball grundiert).

Der Schiedsrichter sollte einen Versuch als gültig erklären, wenn seiner Meinung nach der Angreifer den Versuch erzielt hätte, wenn er nicht zuvor mir unfairem Spiel oder regelwidrigem Bennehmen der verteidigenden Mannschaft daran gehindert worden wäre. In diesem Fall wird der Versuch zwischen den Malstangen gewährt.

Die Malfeldlinie selber zählt bereits zum Malfeld, so dass ein Ball auch schon auf der Malfeldlinie grundiert werden kann.

Das Goal oder Mal

Ein Mal kann erzielt werden durch:

Erhöhung eines Versuchs

  • Eine Mannschaft, die einen Versuch erzielt, erhält die Möglichkeit, mit einem Goalkick den Versuch zu erhöhen. So zählt ein erhöhter Versuch 7 Punkte. Die Erhöhung kann von irgendwo . im Feld abgegeben werden, doch immer in gerader Linie gegenüber dem Punkt, wo der Versuch erzielt worden ist. Der Schuss kann ein "Platzkick" sein (d.h. der Ball wird im ruhenden Zustand vom Boden aus getreten) oder ein Drop-Kick. Die angreifende Mannschaft muss hinter dem Ball bleiben, die verteidigende Mannschaft muss hinter ihrer eigenen Malfeldlinie stehen, bis der Schütze zum rennen anfängt oder zum Kick ansetzt. Dann dürfen sie hochspringen oder angreifen und versuchen, das Goal zu verhindern.

Strafstoss

  • Der Strafkick wird von dort aus abgegeben, von wo der Angriff gestartet wurde, oder von noch weiter hinten. Es steht dem ausführenden Spieler frei, einen Platzschuss oder einen Drop-Kick zum Ausüben des Strafkicks zu wählen. Der Schütze hat das Recht, den Ball zu plazieren. Alle Spieler der bestraften Mannschaft müssen sich sofort auf eine parallel zur Malfeldlinie verlaufende Linie zurückziehen, die 10m vom Ort des Regelverstosses entfernt verläuft, oder auch ihre eigene Malfeldlinie, wenn diese näher liegt. Sie müssen unbeweglich dort stehen bleiben und dort warten, bis der Kick erfolgt ist. Die Spieler der anderen Mannschaft bleiben hinter dem Ball, während der Kick abgegeben wird. Der Strafstoss wird vom Schiedsrichter gewährt, wenn eine Regelwidrigkeit wie z.B. Abseitsspiel, absichtliches Missachten der Regeln, ein Foul oder eine Behinderung vorliegt.

Dropkick während des Spiels

  • Ein angreifender Spieler kann während des Spiels den Ball freilassen und ihn sofort beim Aufschlagen im sog. "Half-Volley" über die Querstangen ins Mal schiessen (3 Punkte)

Das Spielen mit der Hand

Der Ball darf von einem Spieler zum anderen geworfen ("passen"), übergeben oder geboxt werden, jedoch niemals nach vorwärts. :::: Wenn ein Spieler den Ball vorwärts zu einem anderen Mitspieler passt, wird ein Gedränge zu Gunsten des Gegners an der Stelle zugesprochen, wo der Verstoss gegen die Regel geschah.

Das Gedränge ("Scrum")

Ein Gedränge wird von den Spielern beider Mannschaften in Bereitschaft aufgestellt, damit der Ball zwischen sie auf den Boden gelegt werden kann. Ein Gedränge wird notwendig, um das Spiel nach gewissen Verstössen neu zu starten. In der Regel wird das Gedränge dort formiert, wo der Verstoss geschah. Bei Verstössen durch eine verteigende Mannschaft innerhalb des Malfeldes wird das Gedränge 5m von der Mallinie entfernt formiert.

  • Man unterscheidet zwischen einem "offenen" und einem "ordentlichen" Gedränge:
  • Ein "offenes" Gedränge wird von einem oder mehrern Spielern einer Mannschaft formiert, die eng nebeneinander rund um den am Boden liegenden Ball stehen ("Ruck"), oder die eng um eine Spieler stehen, der den Ball in den Händen Hält ("Maul")
  • Ein "ordentliches" Gedränge (linke Zeichnung) besteht aus mind. 5, i.d.R. aber 8 Spielern eines jeden Teams. Dabei müssen jedoch je drei Stürmer die erste Reihe des Gedränges bilden. Die ersten Reihen sollten sich erst schlissen, wenn der Ball in den Händen des Spielers ist, der ihn eingibt. Der Spieler, welcher den Ball eingibt (üblicherweise der Gedränge-Halb) muss:
  • - den Ball mit beiden Händen eingeben, und zwar in einer einzigen Bewegung aus einer Höhe in der Mitte zwischen Knie und Knöchel
  • - den Ball sofort jenseits des erstbesten Spielers auf den Boden schmeissen
  • - den Ball gerade, entlang der Mittellinie des Gedränges eingeben.

    Der Ball kann einen beliebigen Weg aus dem Gedränge herausnehmen. Sobald der Ball nicht mehr in den Händen des Gedränge-Halb ist, vorausgesetzt er liegt korrekt im Gedränge, darf er gespielt werden. Um den Ball aus dem Gedränge ins Spiel zu holen, darf der "Hackler" (mittlere Stürmer der ersten Reihe) mit dem Fuss versuchen, den Ball in die hinteren Reihen des Gedränges seiner Mannschaft zu schieben. Keinesfalls darf ein Spieler im ordentlichen Gedränge seine Hände benutzen, um an den Ball zu gelangen. Bricht das Gedränge zusammen, so müssen sich die Spieler voneinander lösen und das Gedränge wird erneut aufgebaut.

 

Das Tackling (angriff auf den balltragenden Spieler)

Ein Angriff entsteht, wenn ein den Ball tragender Spieler im Spielfeld von einem oder mehreren Gegnern gehalten wird, so dass er zu Boden fällt oder der Ball mit dem Boden in Berührung kommt. Fällt der Ball bei solch einer Aktion in die Laufrichtung des Balltragend- en Spielers, so wird "Vorwärts" gepfiffen und ein Gedränge zu Gunsten der Verteidigenden Mannschaft gewährt. Ein Tackling darf nur unterhalb des Halsbereiches ausgeübt werden. Wird der Balltragende Spieler am Hals oder Kopf "getackelt", so wird dies als sog. "Hightackling" bestraft.

Ein Spieler darf einen Angriff abwehren durch "zurückweisen" seines Gegners, d.h. er darf ihn mit der offenen Handfläche oder der Schulter wegstossen. Er darf nicht schlagen oder stechen.
Wird ein angegriffener Spieler durch ein Tackling zu Boden gebracht, so muss er den Ball sofort freigeben. Kein Spieler darf ihn aufheben, bevor ein angegriffener Spieler, der auf dem Boden liegt, ihn nicht freigegen hat. Ein angegriffener Spieler muss den Ball sofort freigeben, sich vom Ball wegbewegen oder aufstehen, bevor er ihn spielen darf. Nach einem Angriff muss jedermann, der auf dem Boden liegt, zuerst aufstehen, um den Ball spielen zu können.
Drop-Kick

 

Das Kicken mit dem Ball

Es gibt drei Arten von Schüssen im Spiel: Volley, Drop-Kick und Platzschuss:

  • Volley: es heisst, ein Spieler habe den Ball im Volley geschossen, wenn er ihn aus seinen Händen fallen lässt und wegschiesst, bevor er den Boden berührt. Der Ball wird mit dem Rist geschossen. Ein Könner gibt dem Ball so einen speziellen Dreh, womit er genauer und viel weiter geschossen werden kann (Torpedo-Kick).
  • Drop-Kick: wenn ein Spieler den Ball mit seinen Händen auf den Boden fallen lässt und ihn sofort nach dem Aufprall tritt, dann ist dies ein Drop-Kick. Diese Art von Tritt wird gebraucht um das Spiel (von der Mitte der Mittellinie aus) nach einem Versuch der Gegenpartei, der nicht erhöht wurde, neu zu starten. Auch wird er benötigt, um das Spiel von der 22-Meterlinie aus oder dahinter nach einem "Tot" des Balles, nach eine "Aus" des Balles bei der Malseiten-Linie oder hinter dem Malfeld neu zu beginnen. Desweiteren gibt der Drop-Kick die Möglichkeit, während des Spiels ein Goal zu erzielen (3 Punkte).
  • Platzschuss: wenn der Ball auf den Boden gelegt und dann getreten wird, dann ist dies ein Platzschuss. Zumeist bedient man sich dabei einer "Standhilfe" des Balles, dem sog. ("T") - es dient der optimalen Plazierung und Stabilisierung des Balles. Der Platzschuss wird zum einen benötigt, um das Spiel zu Beginnen (Anstoss), nach einem erhöhtem Versuch oder einem zugesprochenen Straftritt. Er dient neben dem Drop-Kick zur Möglichkeit, einen geglückten Versuch und Straftritt mit weitern 2 Punkten durch eine Erhöhungs-Tritt zu bewerten.

 

"mark" (fair catch)

Ein "mark" liegt dann vor, wenn ein Spieler auf seiner eigenen Seite der 22-Meterlinie steht und

  • - den Ball sauber fängt, nachdem er von einem seiner Gegner vorwärtsgeworfen, geboxt oder gekickt worden war, mit beiden Füssen dabei fest am Boden steht und dabei "mark" ruft.

    Nach einem "mark" wird ein Freistoss gewährt, der durch denjenigen Spieler ausgeführt werden muss, der den Ball gefangen hatte.

Der Freistoss

Ein Freistoss ist ein Schuss, der sowohl für ein "mark" als auch bei Verstössen gegen die Regeln gewährt wird. Dabei ist es nicht möglch direkt ein Mal (Goal) mit dem Freistoss zu erzielen. Anstelle des Freistosses kann aber auch ein Gedränge angesetzt werden, sofern die unschuldige Mannschaft dies fordert. Dabei gibt die Mannschaft den Ball ein, die den Freistoss zugesprochen bekommen hat. Der Freistoss selber muss von dem Ort ausgeführt werden, wo die Regelwidrigkeit begangen worden ist. Die gegnerische Mannschaft muss sich in einem Abstand zum Ball von mind. 10m postieren. Zumeist wird der Ball bei einem Freistoss ins Aus gekickt. Dort, wo der Ball die Auslinie kreuzt, erhält die, den Freistoss zugesprochene Mannschaft einen Einwurf. Es besteht auch die Möglichkeit, den Ball schnell anszuspielen, indem ein Spieler der ballführenden Mannschaft den Ball kurz mit dem Fuss antippt und sofort einen Angriff startet. Hat sich die gegnerische Mannschaft zum Zeitpunkt des Antippens keine 10m vom Ball entfernt, so gewährt der Schiedsrichter der ballführenden Mannschaft einen weiteren Raumgewinn von 10m.

Im Abseits stehender Spieler (rechts), der in das Spiel eingreift

 
Angriff aus einer Abseits-Position

 

Das Abseits

Ein Spieler steht dann im Abseits, wenn er vor einem Mannschaftskameraden steht, der den Ball hat, oder der ihn zuletzt getreten oder berührt hat. In einer solchen Position darf er den Ball nicht spielen, sich nähern oder willentlich näher als 10m von einem auf den Ball wartenden Gegner oder von dort, wo der Ball aufschlägt, stehenbleiben. Wenn ein in Abseits stehender Spieler:

  • - den Ball spielt oder dies versucht
  • - einen Gegner angreift oder es versucht
  • - weniger als 10m von einem Gegner stehenbleibt und darauf wartet, den Ball zu bekommen
  • - dort wartet, wo der Ball aufschlägt

    wird der Schiedsrichter dem Gegner einen Strafstoss von dort aus gewähren, wo der Verstoss vorkam. Alternativ dazu kann er auch ein Gedränge gewähren, das an dem Ort formiert wird, wo der Ball zuletzt vor dem Verstoss gespielt wurde. Die unschuldige Mannschaft hat die Wahl zwischen diesen beiden Möglichkeiten.

  • Ein Spieler steht auch dann im Abseits, wenn er:
  • - in ein bestehendes Gedränge von der gegnerische Seite her eingreift
  • - nicht hinter der Gedrängeabseitslinie steht, während der Ball im Gedränge ist und sofern er nicht selber im Gedränge sich befindet oder einer der Dreiviertelspieler ist
  • - er in einer Gasse steht und, bevor der Ball den Boden oder einen Spieler berührt, mit einem Fuss über die Wurflinie tritt; Ausnahme in diesem Fall: wenn er den Ball zu fangen versucht oder wenn der Ball einene Spieler oder den Boden berührt hat und er, ohne den Ball zu besitzen, einen Fuss vor den Ball setzt - es sei denn, er greift gemäss den Regeln einen Gegner auf der Linie an

Nicht Abseits

Ein im Abseits stehender Spieler kann als "nicht abseits" dastehen - vorausgesetzt, er befindet sich nicht weniger als 10m von einem auf den Ball wartenden Gegner entfernt, durch eine der folgenden Verschiebungen:

  • ein abseits stehender Spieler wird "onside", wenn ein Gegner mit dem Ball 5m gerannt ist
  • ..., wenn der Ball durch einen Gegner getreten oder weitergegeben wurde
  • ..., wenn ein Spieler seiner eigenen Mannschaft, der den Ball hat, vor ihm läuft
  • ..., wenn ein Spieler seiner eigenen Mannschaft hinter ihm den Ball tritt und dann vor ihn rennt
  • ..., wenn ein Gegner den Ball absichtlich berührt hat, vorausgesetzt, der Gegner kann ihn fangen oder aufheben.
  • Ein abseits stehender Spieler kann sich selber aus dieser Position helfen, indem er hinter denjenigen Spieler seiner Mannschaft läuft, der den Ball nach vorne trägt.

Behinderung eines Spielers

liegt vor, wenn:

  • - ein Spieler einen anderen festhält, der den Ball nicht trägt (ausser im offenen- oder ordentlichem-Gedränge)
  • - ein Spieler, der dem Ball nicht nachläuft, einen Gegner, der nicht im Ballbesitz ist, rammt oder behindert
  • - ein Spieler, der dem Ball nachrennt, einen anderen, ebenfalls dem Ball nachrennenden Spieler rammt, ausser wenn diese Schulter gegen Schulter geschieht
  • - ein Spieler, der nicht dem Ball nachrennt, einen Gegner, der den Ball gerade getreten hat, absichtlich rammt oder behindert
  • - ein Spieler mit dem Ball, nachdem er aus einem Gedränge, Ruck oder einer Aufstellung herausgekommen ist, versucht, sich einen Weg durch seine eigenen Stürmer hindurch zu bahnen

    Für jeden dieser Verstösse wird am Ort des Verstosses ein Strafstoss gewährt oder, im rechts gezeigten Fall, entweder am Ort des Verstosses, oder dort, wo der Ball aufschlägt, je nach Wahl der nichtschuldigen Mannschaft.

Foul:

Die Spieler dürfen nicht willentlich

  • - einen Gegner treten, ihm ein Bein stellen oder ihn schlagen
  • - einen Gegner festhalten, der den Ball nicht besitzt, ausgenommen im Gedränge, im Ruck oder Maul
  • - ein Gedränge zusammenbrechen lassen

    Schlechtes Benehmen ist verboten

  • Für jeden dieser Verstösse wird der Schiedsrichter einen Strafstoss gewähren, und zwar dort, wo das "Foul" vorkam. Er wird den Spieler verwarnen und er kann den Spieler des Feldes verweisen. Wenn der Spieler die Belästigung wiederholt, wird er des Feldes verwiesen.

 

Siebener Rugby

In der Regel wird Rugby mit 15 Spielern pro Mannschaft gespielt. Eine Ausnahme bildet das sog. "Siebener-Rugby". Es wird auf dem selben Spielfeld wie das normale Spiel gespielt, aber nur mit 7 Spielern. Das Spiel dauert zwei Mal 7 Minuten, mit einer Minute Pause. Es ist sehr schwierig, Siebner einfach drauflos zu spielen. In der Regel gewinnt diejenige Mannschaft, welche das Tempo angibt und durch schlaue Taktik den Gegner müde macht. ( natürlich ist auch die Kondition ein wichtiger Faktor )

Das ideale Team hat intelligente und intuitive Spieler, die fähig sind, hart zu arbeiten und den Ball in Besitz zu halten. Die Stellung zu halten ist unbedingt nötig, und die Mannschaft sollte verteilt sein, um, wenn nötig sofort Deckung bieten zu können. Spieler, die den Ball nicht haben, müssen in Stellung rennen, um den Mann mit dem Ball zu unterstützen. Das Gedränge muss eine gut aufgebaute Frontreihe haben.

7´er Rugby ist ein aufregendes, schnelles Spiel sowohl für Spieler als auch für Zuschauer. Da bleibt nicht viel Zeit zum Verschnaufen nach einem geglückten Angriff, da ist alles in Bewegung.

Das wohl bekannteste 7´er Rugby-Tunier wird in Hongkonk, das "International-Hongkonk-Sevener" ausgetragen. Beim 7´er Rugby haben kleinere Nationen wie Tonga, die Fiji-Inseln, aber auch Deutschland eher die Möglichkeit, renomierte Nationen wie England, Neuseeland, Australien oder Südafrika zu schlagen. Beim "Hongkonk-Sevener" werden auch gleichzeitig die 7´er Rugby Weltmeisterschaften ausgetragen.

 
 
Grafiken und Regeltext entnommen aus: KTG-know the game, Rugby Union, A&C Black , London, ISBN 0-7136-5630-1,
1984, 1986 A&C Black (Publishers) Ltd